Der heilige Nikolaus, bei uns Samichlaus genannt, hat in der Weihnachtszeit mit einem starken Konkurrenten zu kämpfen, der ausser seinem Äusseren (roter Mantel, rote Mütze und Rauschebart) nicht viel mit dem damaligen Bischof von Myra gemeinsam hat. Gemeint ist natürlich der Weihnachtsmann, der von der Werbe- und Konsumgüterindustrie längst vollständig vereinnahmt worden ist.
Im Gegensatz zu diesem reinen Geschenkbringer hat unser Samichlaus viel mehr zu bieten: zentrale christliche Werte wie Nächstenliebe und uneigennützige Hilfsbereitschaft, gerade gegenüber schutzbedürftigen und armen Menschen.
Doch wie lassen sich die äusserlich ähnlichen Gabenbringer unterscheiden? Hier einige «Eckdaten», um die Unterschiede zwischen Weihnachtsmann und Nikolaus zu verdeutlichen.

Weihnachtsmann
- fiktiver Charakter
- Kunstfigur der Werbeindustrie seit 1932
- Verteilt Geschenke an Weihnachten
- äussere Kennzeichen: roter Mantel, rote Zipfelmütze, weisser Rauschebart, meist korpulente Statur
- Mythos: Werbespots erzählen von (fliegenden) Rentieren und übervollen Schlitten mit Geschenken, starke Betonung von Konsum und Käuflichkeit
- Funktion: Mittel zur Steigerung von Handel und Umsatz
Sankt Nikolaus (Samichlaus)
- reale Person, die wirklich gelebt hat
- Bischof von Myra im 4. Jahrhundert nach Christus
- Namenstag: 6. Dezember
- äussere Kennzeichen: Bischofsgewand, Mitra, Bischofsstab, Laterne und Glocke
- Begeleiter: Schmutzli (Knecht Ruprecht) und Esel
- mehrere Zeugnisse von seiner Uneigennützigkeit, seiner aktiv gelebten Nächstenliebe, selbstlosem Schenken und Teilen
- Funktion: Vorbild für Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft, selbstloses Handeln